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Sendepause

Wenn Tage keine Wochentage mehr sind, sondern nur mehr nach dem erwarteten Besuch oder der freudig vorbereiteten Feierlichkeit benannt werden.

 

Wenn Mahlzeiten nicht an Uhrzeiten, sondern an Ausschlafgewohnheiten, Hungergefühl oder Skipistenheimkehr gekoppelt sind.

 

Wenn egal ist, ob die Mutter kocht, der Vater Ski fährt und die Tochter liest oder der Vater kocht, die Mutter liest und die Tochter telefoniert oder die Tochter kocht, die Mutter spazieren geht und der Vater einfach faul ist: Wenn jeder jede Rolle einnehmen kann und der andere, sofern er die Faulsein-Karte gezogen hat, kein schlechtes Gewissen zu haben braucht.

 

Wenn der Tag lang, weil die Aufgabenliste kurz ist.

 

Wenn es noch besser schmeckt, weil alle lachen und Geschichten erzählen.

 

Wenn die Katze nach monatelangem erfolglosem Durchdiewälderschleichen doch tatsächlich eine Maus fängt, wahrscheinlich, weil auch diese unbedarft auf einen winterlichen Verwandtenbesuch ausziehen wollte.

 

Wenn keiner mehr den Autoschlüssel findet, weil das Auto schon seit Tagen ausschließlich den eigenen Parkplatz vorm Haus bewacht.

 

Wenn die Wäschetonne leise stets ein wenig voller wird, weil sich keiner dafür zuständig fühlt und auch keinem irgendein Lieblingsteil abgeht, weil Trainingshose und Schlabberpullover als Ganztages-Outfit, abgesehen vom Skianzugs-Intermezzo, sehr gemütlich dauerhaft einsetzbar sind.

 

Wenn sogar die Mutter immer wieder einmal vor dem Fernseher landet, bei Pünktchen und Anton, Dick und Doof oder Winnetou, weil es einfach nichts Wichtigeres zu tun gibt, als miteinander Spaß zu haben.

 

Wenn die als Geschenke erhaltenen Bücher nicht irgendwohin verräumt, sondern gleich neugierig gelesen werden. Eins ums andere – auch abwechselnd, gleichzeitig, weil keines gelesen werden muss, jedes aber entdeckt werden will.

 

Wenn der Staubsauger in der Ecke weint, weil er solch eine Vernachlässigung einfach nicht gewohnt ist.

 

Wenn die Zeit stillzustehen scheint, auch wenn die Sonne in der Früh aufgeht, zu Mittag am Tisch ins Gesicht blendet und sich nachmittags wieder recht früh hinter den gegenüberliegenden hohen Bäumen versteckt.

 

Wenn Eva nur ein paar Zeilen schreibt, um zu sagen, dass sie heute einmal nicht schreibt ...

... dann ist Urlaub, in diesem speziellen Fall Weihnachtsurlaub. Dann geht es uns gut.

 

Einmal im alten Jahr melde ich mich noch – versprochen! Schöne Winterzeit!

 

 

Eva Adelbrecht

Team von Buchhandlung und Verlag Pfeifenberger

Lektorin & Autorin

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Kommentare: 1
  • #1

    Lina (Sonntag, 27 Dezember 2020 17:34)

    Wenn sogar der Lina für kurze Zeit langweilig wird...

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